BERICHTE von einigen "Come & See!" Gästen

Sabine Wang, Peking/China, März 2010

Gott liebt es uns zu überraschen!

african villageNach Afrika hatte es mich schon seit Jahren gezogen, aber der Herr hat gewusst, dass es im Februar 2010 passieren und Uganda sein würde, wo mein Weg mich hinführen sollte. Meine Reise war von Anfang bis Ende ein wunderbares Überraschungsgeschenk für mich und ein herrlicher Beginn dieses Jahres.

Gleich nach dem Chinesischen Neujahr ging es von Peking aus los und über Dubai und Addis Ababa landete ich schließlich in Entebbe. Die Sonne schien, der Himmel war leuchtend blau, ebenso der Victoria-See, das satte üppige Grün der reichen Pflanzenwelt ergänzte sich perfekt mit dem warmen rot der Erde und das bunte quirlige Straßenbild rundete alles ab. Ich fühlte mich vom ersten Moment super wohl in Uganda und eigentlich gar nicht richtig fremd.

Im Land of Hope waren wir im African Village, der Hotelanlage von VfA, untergebracht. Mein Zimmer war in der Gorilla-Hütte und fühlte sich gleich wie Urlaub an. Am ersten Morgen wachte ich sehr früh auf und erlebte meinen ersten afrikanischen Sonnenaufgang, ganz allein in der friedlichen Stille vor meiner Hütte. Der Blick von dort auf „unseren“ Baum und der sich dahinter erstreckenden Weite der ugandischen Landschaft war so wohltuend und jeden Morgen erfrischend!

Ein etwa 10minütiger Gang über das Gelände brachte einen zum Haus Schalom, wo morgens um 7 Uhr die devotions, die Morgenandachten, stattfinden.  Mit Anbetungsliedern, Gebeten und einer kurzen aber auf den Punkt gebrachten Message wurde so gemeinsam im Kreis der Mitarbeiter der Tag begonnen. Diese Gemeinschaft miteinander und mit dem Herrn war eine wahre Erquickung und ein Segen für jeden neuen Tag und brachte diesen gleich in die richtige Bahn. Es wurde einem immer wieder bewusst gemacht, wie schön es ist, dass wir leben und auch warum wir leben.
Danke & Halleluja!

visitorsUnsere Sponsorengruppe war mit sieben Leuten relativ klein, dafür aber umso bunter gemischter: Indien, Österreich, USA, Lichtenstein, Schweiz, Deutschland und China. Trotz aller Unterschiede waren wir in kürzester Zeit sehr vertraut miteinander und zu einer engen Gemeinschaft zusammengewachsen.
„Mama“ Erika hat uns mit sehr viel Liebe betreut und ein abwechslungsreiches Programm für uns zusammengestellt. Angefangen von einem Rundgang durch das Gelände und der Besichtigung der Einrichtungen von VfA, einem Sprachkurs in Luganda mit Lehrerin Grace, einem Schnupperkurs in der Töpferei, verschiedenen Lobpreisabenden und einem „kulturellen“ Abend mit ugandischer Tanzperformance, bis zu einem zweitägigen Ausflug zum Gebetsberg mit Zeit der Stille, der Besichtigung der Bujjagali-Falls und einem Einkaufsbummel in Jinja. Unsere Tage waren voll ausgefüllt und vergingen daher auch wie im Fluge. Eigentlich sollte man noch eine Woche dranhängen, in der man all das Erlebte ein wenig verarbeiten kann und man vielleicht auch noch etwas mehr Zeit in den Kinderhäusern oder anderen Einrichtungen, je nach Interesse, verbringen kann.

 

sponsor and childGanz besonders war natürlich das Treffen mit unseren Patenkindern. Es ist schon ein ganz kostbares Geschenk, wenn dieser Mensch, den man sonst nur von einem Foto kennt, einem plötzlich in Fleisch und Blut gegenübersteht. Aber irgendwie fühlte ich mich auch gleich mit Sarah verbunden und freute mich vor allem, dass meine Briefe aus China tatsächlich alle bei ihr angekommen waren. Da Sarah in die Primary School im Land of Hope ging, konnten wir uns häufig sehen und schließlich taute sie nach anfänglicher Schüchternheit auch immer mehr auf, besonders wenn wir alleine etwas unternahmen. Während meines Besuches  hatte sie außerdem noch Geburtstag, am gleichen Tag wie Maria Prean, und es war auch noch ein Sonntag. Alles war perfekt! Wir haben sehr viel Freude miteinander gehabt und auch wenn ich jetzt wieder so weit weg bin, ist es doch ein ganz anderes Gefühl, wenn ich an Sarah denke.  Ich bin schon gespannt auf ihren nächsten Brief und ob sie mich diesmal mit meinem Namen anredet anstatt des allgemeinen „dear sponsor“.  Und natürlich wünsche ich mir sehr, dass dies nicht mein letzter Besuch bei ihr gewesen ist.

Ein weiteres nicht zu missendes Erlebnis war der sonntägliche Besuch der Glory Church, wo sowohl VfA-Zugehörige als auch Bewohner der umliegenden Ansiedlungen zusammen Gottesdienst feiern. Auch dort erfolgte der Lobpreis mit viel Inbrunst und ganzer Hingabe.  Mit Pastor Ambale hatten wir zudem an einem Nachmittag die Gelegenheit, am Barmherzigkeitsdienst teilzunehmen. Dabei besuchten wir vier bedürftige Familien aus der Gemeinde, deren Leben wir so ein bisschen kennenlernen durften. Diese Begegnungen und der Austausch mit diesen Brüdern und Schwestern haben einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen, den ich nicht so schnell wieder vergessen werde. Wir wurden dort mit richtiger materieller Armut konfrontiert, was einen nicht unberührt lassen kann. Angesichts der bitterarmen Lebensbedingungen gewinnt man sicher wieder eine korrigierte Perspektive  auf die vermeintlichen Probleme des eigenen Lebens. Gebete und Lobpreislieder rundeten jeden Besuch ab und sorgten sicher für Trost und Hoffnung auf beiden Seiten.

lionEin Höhepunkt ganz anderer Art war unsere dreitätige Safari im Murchison Falls-Nationalpark mit unserem hervorragendem Fahrer David. Dort konnten wir die Wunder Gottes Schöpfung aus nächster Nähe erleben. In der Savanne vom Auto aus: unterschiedlichste Antilopenarten, Affen, Adler, Echsen, Büffel, Löwen, Elefanten und Giraffen. Und vom Boot auf einer Nilfahrt: Krokodile und Nilpferde und im Regenwald zu Fuß schließlich noch Schimpansen.

Das Schönste überhaupt und was ich jetzt am meisten vermisse, ist die bei Vision for Africa erlebte Gemeinschaft, Freude und Wärme untereinander. Selten habe ich so viele herzlich strahlende Gesichter auf einmal gesehen. Gott hat mich reich beschenkt durch diese Erfahrung und ich habe ein Stück Afrika im Herzen mit nach China genommen. Irgendwie bin ich davon überzeugt, war es nicht das letzte Mal, dass ich dort gewesen bin. Ich bin gespannt, was der Herr noch mit mir vorhat.

Ich glaube, wenn wir es lernen, das Überraschtwerden zu lieben und flexibel genug darauf zu reagieren, dann werden wir erleben, was für wunderbare Dinge Gott für uns vorbereitet hat. Geben wir IHM genug Spielraum, so wird er uns immer mehr seiner Wesenszüge offenbaren. Und zwar nicht selten ganz anders als wir uns in unserem normalen Alltag und den uns bekannten Lebensumständen vorstellen können.

In diesem Sinne kann ich jedem nur empfehlen, lasst euch überraschen und besucht Vision for Africa :-)
WELCOME! Oder NSAYUSE OKUBALABA!

Sabine Wang, Peking/China