ÜBER UGANDA

Geschichte - Ein Glaubenskampf

Vor etwa 1500 Jahren gründeten Angehörige des Hima-Stammes ihre eigenen Staaten. Bis zum 15. Jahrhundert hatte sich das erste grosse Königreich Bunyoro auf dem Gebiet des heutigen Uganda entwickelt. Von der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts an wurde Buganda zum vorherrschenden Königreich. Ankola, Busoga und Toro waren kleinere Königreiche.

Im 19. Jahrhundert versuchten Grossbritannien, Frankreich und Deutschland die Vorherrschaft über Ostafrika zu gewinnen. Nachdem zunächst ganz Buganda 1890 an Grossbritannien fiel, konnte die britische Verwaltung auch auf die Königreiche von Ankole, Bunyuro und Toro ausgeweitet werden. 1896 wurde das Protektorat Uganda gegründet. 1922 wurde das heutige Gebiet von Kenia, Tansania und Uganda als "British East Africa" zusammengefasst.

Als 1877 das Evangelium ins Land kam, gab es sowohl einen radikalen Aufbruch als auch einen spirituellen Kampf mit den Mächten des Bösen. Die ersten 36 Märtyrer Ugandas wurden 1886 auf Befehl von König Mwanga verbrannt. Dieses Ereignis sollte jedoch zu den Wurzeln der ostafrikanischen Erweckung werden, die 1920 von Uganda und Ruanda ausging und große Teile Ostafrikas ergriff.

In den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts kam eine starke Unabhängigkeitsbewegung auf. Nach langwierigen Verhandlungen wurde die Verfassung im April 1962 bestätigt und Milton Obote zum Präsidenten ernannt. Aber die politische Einheit war noch nicht gefestigt. Im Mai 1966 schickte Obote Truppen ins Königreich Buganda, um den Kabaka (König) ins Exil zu bringen. Danach trat eine neue republikanische Verfassung in Kraft, die bewirkte, dass die Hima-Königreiche Ankole, Buganda, Bunyoro und Toro aufgelöst wurden. Obote übernahm die Position eines Präsidenten von ganz Uganda.

Grosse Teile der Bevölkerung waren jedoch über die strikten Maßnahmen zum wirtschaftlichen Wiederaufbau unzufrieden. Als sich Obote zu einem offiziellen Besuch im Ausland aufhielt, fand am 25. Januar 1971 ein Militärputsch statt. Idi Amin, der Befehlshaber der Armee, stürzte die Regierung und ersetzte sie durch eine Militärdiktatur, die insgesamt acht Jahre dauerte. Unter ihm fing eine noch beispiellose, unvergleichliche und grausame Verfolgung aller Dissidenten, insbesondere der Christen, an. Bald waren Mord, Entführung, Gefängnis und Überfälle eine alltägliche Sache. Von 1972 an vertrieb er alle Asiaten, auf deren Schultern die Wirtschaft ruhte. Ihre Besitz wurde vom Staat beschlagnahmt, und der Niedergang der Nation nahm damit ihren Anfang. Bald gab es keine funktionierende Industrie mehr. Uganda, ein Land, das einst "die Perle Afrikas" genannt wurde, stürzte in Anarchie, Armut und Inflation, und der Schwarzmarkt wurde etwas Normales. Die westlichen Staaten schlossen ihre Botschaften und legten ein Handelsembargo auf.

Verfolgungen und Probleme

1975 erklärte Idi Amin Uganda zu einem islamischen Staat, obwohl nur 3% der Bevölkerung Moslems waren. Nur die Katholische und Anglikanische Kirche wurden geduldet. Den Christen war es verboten, an einem anderen Tag als Sonntag oder außerhalb der Katholischen oder Anglikanischen Kirche zu beten. Die Pastoren anderer Gemeinschaften wurden verfolgt, gefoltert oder sogar getötet. Trotz dieser Gefahren gab es Menschen, die ihren Glauben lebten. Sie gingen in den Untergrund, alle konfessionellen Unterschiede verschwanden und es entstanden Dschungelkirchen mit einem 24 Stunden-Gebet. Dieses war kein normales, kurzes Gebet. Es waren Gebete, in denen die Menschen zu Gott um Hilfe schrieen.

Idi Amin's Diktatur fand ein Ende, als 1979 Truppen aus Tansania einmarschierten. Der Friede kam zurück ins Land und es wurde wieder Religionsfreiheit gewährt. Aber nur bis Dr. Apollo Milton Obote als neuer Diktator und die "People's Congress Party" 1980 die Macht übernahmen. Ein Bürgerkrieg brach aus. Ganze Dörfer wurden ausgelöscht, die Häuser verbrannt. Die Menschen mussten ihr Zuhause verlassen und in Flüchtlingslagern Zuflucht suchen, damit sie nicht grausam ums Leben kamen.

Die Gebete, die man in der kurzen Friedensperiode vernachlässigt hatte, wurden wieder aufgenommen, vielleicht sogar mit noch mehr Intensität und Tiefe. Viele Pastoren und Fürbitter, die offen von der Verletzung der Menschenrechte sprachen, verschwanden einfach oder starben infolge verschiedener Verbrechen.

Das Regime von Milton Obote wurde von Tito Okello Lutwa gestürzt, der wiederum kurz darauf von der Widerstandsarmee "National Resistance Army" (N.R.A.) unter Yowery Kaguta Museveni gestürzt wurde. Das führte zu einer grundlegenden Veränderung. Das Land wurde wieder sicher und die Rede- und Religionsfreiheit wurden wiederhergestellt. Die Wirtschaft fing an, sich langsam zu erholen.

Mit dem epidemischen Auftreten von AIDS erwuchsen dem Land neue Probleme. AIDS hat im ganzen Land seine Spuren hinterlassen, viel mehr als die überstandenen Kriege. Das Land wurde voll von Waisen, um die sich keiner kümmern konnte. Viele Kinder wurden zu Straßenkindern, die für sich selber sorgen mussten. Ein Teil der älteren Mädchen fiel in die Prostitution, einige der Jungen wurden kriminell. Der Drogenmissbrauch stieg stark an.

Experten der WHO sagten voraus, das Land würde spätestens 1997 zusammenbrechen. Ein Drittel der Bevölkerung würde an dem HIV-Virus sterben, ein weiteres Drittel würde daran erkranken, und das letzte Drittel wäre zu schwach, um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten.

Wind der Veränderung

Da die Regierung keinen Ausweg sah, riefen die Politiker die Kirchenleiter zusammen und baten sie, etwas gegen diese verzweifelte Lage der Menschen zu unternehmen. Viele Kirchen bauten Waisenhäuser und Rehabiltationszentren. Diese Herausforderung überstieg aber die vorhandenen Mittel.

Die Fürbitter gaben trotz der schlimmen Prognose der WHO nicht auf. Eine neue Welle der Erweckung ging durch das Land und sie erreicht bis heute alle Klassen der Bevölkerung. Politiker und Christen starteten miteinander eine öffentliche Kampagne für Integrität und Moral, die inzwischen das ganze Land ergriffen hat. Viele korrupte Staatsmänner, Politiker und Beamte mussten bereits zurücktreten.

Die Regierung und die Kirchen beschlossen außerdem, einer doppelten Strategie zu folgen. Zitat: "Kondome plus moralische Veränderung durch ethische Erneuerung und Rückbesinnung auf biblische Werte."

Der Erfolg ist phänomenal: Die AIDS-Rate in Uganda ist die einzige, die in Afrika rückläufig ist, die dunkle Prognose hat sich nicht bewahrheitet, und die WHO steht vor einem Rätsel und überprüft ein wenig hilflos das "exemplarische Phänomen Uganda". Die Inflationsrate ist von 380% nach dem Bürgerkrieg auf 6-8 % heute gesunken. IFM und Weltbank betrachten Uganda heute als ein "außerordentliches Beispiel für wirtschaftliche Expansion."

Uganda ist trotz dieser Expansion abhängig von Hilfe aus dem Ausland. Bürgerkrieg und AIDS haben ihre Spuren in den Familien hinterlassen. Der Unterhalt vieler Familien ist nicht gesichert, weil ein Elternteil oder beide Eltern gestorben sind. Es gibt immer noch Tausende von Waisen. Viele von ihnen werden von ihren Verwandten unterstützt, die ihnen nicht mehr als das Allernötigste geben können, weil ihr Einkommen oft kaum ausreicht, um die eigene Familie zu ernähren. In der Folge können viele dieser Kinder nicht zur Schule gehen und ihre Zukunftsaussichten sehen dementsprechend schlecht aus.